XMP vs LRTemplate — Unterschied, Kompatibilität & Migration
Zwei Preset-Formate — eine Geschichte
Bis Lightroom Classic 7.3 (April 2018) speicherte Adobe Presets im proprietären .lrtemplate-Format — einer Art Textdatei mit Key-Value-Paaren. Seitdem setzt Adobe auf XMP (Extensible Metadata Platform), einen offenen ISO-Standard. Der Wechsel brachte mehr Kompatibilität, aber auch Verwirrung: Was ist der Unterschied, und was bedeutet das für deine Preset-Sammlung?
Das alte LRTemplate-Format
LRTemplate-Dateien sind einfache Textdateien mit einem eigenen Aufbau. Jede Einstellung steht in einer eigenen Zeile — etwa Exposure2012 = 1.25 oder Temperature = 5800. Das Format funktionierte gut, solange man nur in Lightroom arbeitete. Probleme traten auf, sobald man Presets mit anderen Programmen austauschen wollte.
Nachteile von LRTemplate:
- Nur Lightroom Classic (bis v7.2) und ältere Lightroom CC-Versionen
- Keine Unterstützung in Photoshop Camera Raw, Photomator, Capture One
- Keine Metadaten (Autor, Copyright, Beschreibung) im Preset
- Nicht maschinenlesbar für andere Tools
XMP — der offene Standard
XMP basiert auf XML und ist ein offener Standard. Adobe, Apple, CIPA (Camera & Imaging Products Association) und viele andere nutzen XMP für Bildmetadaten. Presets als XMP zu speichern brachte mehrere Vorteile:
- Plattformunabhängig: Lightroom Classic, Lightroom CC, Camera Raw, Photomator — alle lesen XMP
- Metadaten: Autor, Beschreibung, Copyright direkt im Preset
- Gruppierung: Mehrere Presets in einer Datei mit Gruppennamen
- Zukunftssicher: Offener Standard, nicht an Adobes Lizenzmodell gebunden
- Maschinenlesbar: Unser Preset Extractor kann XMP direkt parsen
Alte LRTemplate-Presets migrieren
Wenn du noch alte .lrtemplate-Dateien hast, gibt es zwei Wege:
- Lightroom Classic (kostenpflichtig): Presets importieren und dann über den Preset-Manager als XMP exportieren. Adobe konvertiert automatisch.
- Raw-Presets Preset Extractor (kostenlos): Wende das alte Preset auf ein neutrales Referenzfoto an, exportiere dieses als JPG mit Metadaten, und extrahiere das XMP mit dem Preset Extractor.
Tipp: Der Preset Extractor liest Entwicklungseinstellungen direkt aus einem bearbeiteten JPG — völlig egal, mit welchem Programm das Preset ursprünglich erstellt wurde.
Welches Format solltest du nutzen?
Nutze immer XMP. Es ist der aktuelle Standard und wird von praktisch jeder Bildbearbeitungssoftware unterstützt, die mit Lightroom-Entwicklungseinstellungen arbeitet. LRTemplate ist ein Relikt und wird von modernen Apps wie Photomator oder dem Adobe-Ökosystem nicht mehr gelesen.